Karl Ludwig Schweisfurths Tagebuch
Ein Gespräch über Menschen, Tiere und ein sinnvolles Miteinander…
In der Radio-Sendung der evangelischen Funkagentur „Hauptsache Mensch“, in der ich gestern zu hören war, ging es nicht nur um das symbiotische Zusammenleben verschiedener Tiere als zukunftsfähiges Landwirtschaftskonzept, sondern auch um den Respekt, den wir unseren Mitgeschöpfen entgegenbringen müssen, den Wert guter Lebens-Mittel für unser Wohlbefinden und der Tatsache, dass es nie zu spät ist, neue, bessere Wege einzuschlagen.
Hier können Sie sich die Sendung anhören.
Essen ist unser Schicksal…
Essen ist schicksalhaft für unser Leben, unsere Lebensfreude, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden – je nachdem ob wir lebensfördernde Lebens-Mittel oder billige Nahrungsmittel essen.
Essen ist schicksalhaft für unsere Erde, den Boden, von dem wir leben und der uns ernährt – je nachdem, ob wir achtsam oder zerstörerisch mit der Natur umgehen.
Schicksal muss nicht unabwendbar sein. Wir können unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, wir können das wissenschaftlich-technische System unserer Landwirtschaft und unserer Lebensmittelproduktion, das wir uns in den letzten fünfzig Jahren eingerichtet haben und das uns jetzt seine Grenzen und Gefahren zeigt, auch wieder ändern.
Vom „Alten“ lernen…
2012 wird über „Lebens-Mittel“ gesprochen: Die Initiative “Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNU), die 2005 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, widmet sich in diesem Jahr ausführlich dem Thema „Ernährung“. Dazu gehört auch, dass Schüler sich fragen, woher ihr Essen kommt und welche Möglichkeiten es gibt, Lebens-Mittel würdevoll und nachhaltig zu beschaffen. Daher freut es mich sehr, dass mein Buch „Schlachten? Ehrfurcht vor dem Leben. Den Tieren die Würde zurückgeben“ Schulen und anderen Bildungs-einrichtungen von der BNU als Lehr- und Lernmaterial empfohlen wird. Das Buch, welches in Zusammenarbeit mit Günter Altner und Hans-Jürgen Kaufmann entstanden ist, hält einem mit klaren Bildern und kurzen Texten den unmenschlichen Alltag in industriellen Mega-Schlachthäusern vor Augen und zeigt zugleich wie es anders gehen kann: zurück zur ursprünglichen Schlachttradition und zum gutem Metzgerhandwerk. Für einen ehrvollen Umgang mit unseren Tieren – vom Anfang bis zum Ende.
Symbiotische Landwirtschaft in Kanada
Den ehrvollen Umgang mit allen Leben und Lebens-Mitteln als festes Grundprinzip bei Metzgern, Landwirten und Handwerkern zu etablieren, braucht Menschen, die diesen Gedanken in die Welt hinaustragen. Daher habe ich mich sehr gefreut, als der kanadische Metzger John D. van der Lieck im Mai diesen Jahres die Herrmannsdorfer Landwerkstätten besuchte und davon so beeindruckt war, dass er seine Erfahrungen und Eindrücke in seiner Heimat gleich in die Tat umsetzte. Den Brief, den ich kürzlich von ihm erhielt, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:
Mein neues Buch: Ich liebe Hand-Werk
Wir Herrmannsdorfer sind
überzeugt und glauben fest daran, dass nach guter Handwerkskunst von Handwerkern gefertigte Lebens-Mittel einfach besser sind, besser schmecken und unserem Körper gut tun (das gilt vor allem für die sensiblen Lebens-Mittel die von Tieren stammen). Da entsteht ein innerer Wert, eine Qualität hinter der Qualität, die mit den Mitteln der Wissenschaft nicht mehr gemessen, gezählt und gewogen werden kann.
Mein neues Büchlein ist ein leidenschaftliches Plädoyer für echtes Hand-Werk und das Können der Meister. Ich verstehe es nicht nur als Wertschätzung gegenüber allen Bauern, Metzgern, Schreinern, Schmieden, Schneidern, Kunsthandwerkern und Instrumentenbauern, sondern auch als Mut-Macher an all jene, deren eigentliche(r) Beruf(ung) unter dem Druck der Massen(produktion) verloren gegangen ist.
Besuch beim “guten Hirten” :-)
Einen schönen Bericht ü
ber eine Entdeckungsreise nach Herrmannsdorf, durch die Symbiotische Landwirtschaft und zum Dorf für Kinder und Tiere möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Gucken Sie mal hier


